Kate Raworth beim „Wien New Deal“ Talk

Beim „Wien New Deal“ Talk von Urban Innovation Vienna am 3. März 2026 drehte sich alles um Donuts!

Kate Raworth, Autorin von Doughnut Economics und Gründerin des Doughnut Economics Action Lab (DEAL), war online im Education Lab dabei. Sie erzählte über das Modell, das sie vor rund 15 Jahren entwickelt hat, um die Welt zu motivieren, „das Wirtschaftsziel zu ändern“, weg vom Wachstum um jeden Preis, hin zu einem „guten Leben innerhalb planetarer Grenzen“.

Die schlechte Nachricht: Seit Kate Raworth das Modell entwickelt hat, ist die Welt ungleicher, ungerechter und leider auch nicht nachhaltiger geworden. Wir haben mehr planetare Grenzen überschritten und das Risiko, Klima-Kipppunkte auszulösen, ist deutlich gestiegen.

Kate Raworth erinnerte uns daran, dass ein anderes Modell dringender nötig ist denn je, gerade weil vermehrte Konflikte, Big Tech und autokratische Regierungen die Bemühungen um eine nachhaltige und gerechte Wirtschaft immer mehr untergraben.

Die gute Nachricht: Seit das Buch erschienen ist, haben zahlreiche Städte und Gemeinden gezeigt, wie es in der Praxis funktionieren kann.

Kate Raworths Kollegin Leonora Grcheva (DEAL) veranschaulichte, wie viele Städte das Donut-Modell bereits auf verschiedenen Ebenen nutzen. Weil Städte oft in ihren eigenen Sektoren („Silos“) feststecken, bietet der Donut ein ganzheitliches Werkzeug, das verschiedene Stakeholder und Interessensgruppen an einen Tisch bringt, damit sie das große Ganze sehen und gemeinsam Lösungen finden, die gut für die Menschen und den Planeten sind, lokal und auf der ganzen Welt.

Danach folgte eine dynamische Diskussion mit dem Sozialwissenschaftler Max Koch und Maria Katharina Moser (Diakonie Österreich).

Max Koch betonte, dass wir nicht nur über Überkonsum reden müssten, sondern auch über Überproduktion. Bedürfnisse sind begrenzt, Wünsche aber nicht. Wir müssen anfangen uns zu fragen: Was brauchen wir wirklich? Um diese Entscheidung gerecht zu treffen, braucht es eine Demokratisierung der Wirtschaft. Das ist ein Kernpunkt der Donut-Ökonomie (distributive by design).

Maria Katharina Moser hob weiters hervor, wie wichtig eine faire Verteilung ist. Mit Blick auf den internationalen Frauentag am 8. März erinnerte sie uns daran, dass unsere Wirtschaft auf unbezahlter Pflegearbeit aufbaut. Wenn wir jenen nicht helfen, die weniger haben, und wenn wir die Last der unbezahlten Pflegearbeit nicht fair verteilen, werden wir in Zukunft kein Wohlergehen für alle erreichen.

Das heißt, wir brauchen nicht nur eine Kreislaufwirtschaft, sondern neue Modelle, die Macht, Eigentum und Wohlstand fairer verteilen, und auch die Entscheidungsfähigkeit darüber bestimmen, wofür unsere Wirtschaft überhaupt da ist!

Kate Raworth und Eleonora Grcheva, Doughnut Economics Action Lab

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