Am 20. Oktober trafen sich Donut Wien und Vertreter:innen verschiedener Dienststellen der Stadt Wien in der historischen Volkshalle des Wiener Rathauses. Anlass war ein Treffen von „KlimaBildungKonnekt“, einer Vernetzungsplattform der Stadt Wien für Klimabildung. Über 25 Vertreter:innen aus unterschiedlichen Abteilungen kamen zusammen, um sich auszutauschen und gemeinsam zu erarbeiten, wie Klimaschutz direkt in den Arbeitsalltag integriert werden kann. Dabei wurde untersucht, wie das qualitative „Doughnut-Porträt“ für Wien als praktisches Instrument für Bildung und Umsetzung genutzt werden kann. Dieses Doughnut-Porträt wurde im Oktober 2026 veröffentlicht und wird nun im Rahmen der „Klima-Roadmap“ der Stadt Wien – die im Februar 2027 erscheinen soll – weiter ausgerollt.
Die Veranstaltung begann mit einer Begrüßung durch Andreas Januskovecz, Bereichsleiter für Klimaangelegenheiten der Stadt Wien, der den Rahmen für einen Vormittag der Zusammenarbeit absteckte. Zu Beginn ihrer Präsentation schlug Marina Haydn, Mitgründerin von Donut Wien, einen inspirierenden Bogen durch die Zeit und erinnerte die Teilnehmenden an die Geschichte, die in diesem Raum steckt. Vor fast einem Jahrhundert, im Jahr 1927, richtete der Wirtschaftsphilosoph und Reformer Otto Neurath in genau diesem Saal eine bedeutende Dauerausstellung für das „Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum“ ein. Als „Arbeiter:innen-Museum“ konzipiert, verfolgte Neurath die Vision, der breiten Öffentlichkeit einen demokratischen Zugang zu wirtschaftlichen und sozialen Daten zu ermöglichen.
Die Vorstellung des qualitativen Donut-Portraits für Wien in eben diesem Raum fühlte sich wie ein bedeutungsvoller Moment an – ein Kreis, der sich schließt. Um diese Vision in konkretes städtisches Handeln zu übersetzen, gestaltete Donut Wien einen dreiteiligen, interaktiven Workshop:
Interaktive Grundlagen: Eine einführende Präsentation von Marina Haydn, die das Konzept der „Doughnut-Ökonomie“ vorstellt und dessen Kernprinzipien direkt mit den Schwerpunkten des neuen Wiener Klimaplans verknüpft.
Die 4 Perspektiven in der Praxis: Unter der Leitung von Veronika Hämmerle untersuchten die Teilnehmenden in Gruppenarbeit vier verschiedene Blickwinkel, i.e. lokal-sozial, lokal-ökologisch, global-ökologisch und global-sozial, um städtische Entscheidungen ganzheitlich zu analysieren.
Integration in die Fachabteilungen: In gemeinsamen Gruppenübungen wurde erarbeitet, wie das „Doughnut-Modell” in die einzelnen Wiener Magistratsabteilungen integriert werden kann – mit dem Ziel, konkrete Anknüpfungspunkte für die tägliche Verwaltungspraxis zu identifizieren.
Aufbauend auf Wiens langer Tradition sozialer Innovation bot der Workshop den Teilnehmenden die Möglichkeit, das „Doughnut-Modell” als einen durchdachten Kompass für das 21. Jahrhundert zu begreifen – ein Instrument, das dabei hilft, die tägliche Arbeit in der Stadt sowohl am sozialen Wohlergehen als auch an den planetaren Grenzen auszurichten.
Gruppe A erarbeitete die 4 Perspektiven in der Praxis. An jedem Tisch wurde eine der vier Perspektiven vertieft bearbeitet. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse wurden anschließend in die Gesamtgruppe eingebracht.
Gruppe B konzipierte die Integration in die Fachabteilungen und beantwortete die Frage: Wie kann ich die „Doughnut-Ökonomie” in meinem eigenen Arbeitsbereich konkret umsetzen?
(Fotos: PlanSinn_Wolfgang Gerlich)